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Sonntag, 2. April 2006
Karl-Gustav-Pogglemait-Allee

Die Karl-Gustav-Pogglemait-Allee ist ein Produkt meiner absurden Phantasie. Was nicht bedeuten muss, dass die Existenz einer (vermutlich von Bäumen gesäumten) Straße mit diesem Namen irgendwo auf der Welt ausgeschlossen sei. Desillusioniert, was die Exklusivität meiner Ideen und Gedanken angeht, halte ich mittlerweile fast alles für möglich und wenn ich zuweilen darüber nachdenke was alles möglich ist, verbringe ich schwere Momente in Trauer, Sorge und Angst oder nicht enden wollendem, stillen Kichern.
Es soll aber nicht um mich gehen, sondern um Karl-Gustav-Pogglemait, einer Person, deren Biographie ein Produkt meiner absurden Phantasie ist. Was nicht bedeuten muss ... (siehe oben).

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Gegen Ende des letzten Jahrtausends wurde K.G. Pogglemait als Sohn eines Gewürzhändlers und einer chilenischen Diplomatentochter geboren. Ganz nebenbei erwähnt, ist die Geschichte, wie sich Pogglemaits Eltern einst kennenlernten sowas von romantisch - man möchte vor Rührung und tief empfundener Freude zu schluchzen beginnen - dass sie an dieser Stelle unerzählt bleiben muss, weil andere Geschichte daneben an Bedeutung verlieren.
Und das wäre nicht fair.

Der kleine Karl-Gustav wird als sehr stiller, schüchterner Bub beschrieben. Ganz im Gegensatz zu seinem später geborenen Bruder Arndt, der über die Harmonie der Familie wie ein Blitzkrieg hereinzubrechen pflegte, war Karl-Gustav ein braves Kind.

Wir überspringen einen großen Zeitraum, in dem Pogglemait seine Ausbildung zum Architekten (fast) abschließt, sich eine Zeit lang als Landschaftsarchitekt versucht, für einige Jahre in Afrika und/oder Asien abtaucht und schließlich beginnt, seine ersten Kriminalromane zu schreiben.

Karl-Gustav Pogglemait betonte in späteren Zeitungsinterviews von Anfang an bis zu seinem Lebensende, dass er der glücklichste Mensch der Welt sei, da ihm so ziemlich alles gleichgültig wäre. Er glänzte auch mit den Ansichten, dass die Dampfmaschine eine Erfindung des Teufels sei und dass der tägliche Verzehr von vierhundert Gramm Blumenkohl einen Menschen der Unsterblichkeit recht nahe brächte.

Dem jungen Surrealisten gelang es zuerst nicht, eine Leserschaft für seine, teils als albern, teils als kryptisch bezeichneten Geschichten zu finden. Für eine Kriminalgeschichte sei nicht nur unüblich, so hieß es in einer frühen Kritik, den wahren Täter ungenannt zu lassen, der Autor enthalte sogar die Information vor, ob überhaupt eine Tat stattgefunden habe. Er müsse sich die Frage gefallen lassen, ob es sich in seiner Ansammlung von Unklarheiten und schwer nachvollziehbaren Handlungssträngen überhaupt um einen Kriminalroman handele.

Mit seinem vierten Werk mit dem Titel Dalis Dalien erlangte Pogglemait dann praktisch über Nacht Weltruhm. Er wurde sehr reich und beschloss, seine Jugendliebe Frederike aus den Klauen eines mittleren Bankangestellten freizukaufen und zu heiraten. Er begründete diesen eigentümlichen Handel damit, dass er sicherlich die ganze Kavaliers-Blumen-Pralinen- Ausgehen-heimlichTreffen- Scheidungs-Romanze hätte durchführen können. Allerdings hätten Frederike und er schon sehr viel Zeit verloren und er wollte die Dinge schnell und direkt regeln.

Im Alter von 49 Jahren starb Karl-Gustav-Pogglemait an einer schweren Lebensmittelvergiftung. Seine vier nichtsnutzigen Söhne leben heute von der Vermarktung des Lebenswerkes ihres Vaters und führen ein belangloses, von Zügellosigkeit und schwer nachvollziehbaren Bekümmernissen geprägtes Leben.

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oh, ich führte auch gerne ein belangloses, von Zügellosigkeit und schwer nachvollziehbaren Bekümmernissen geprägtes Leben. wenn da in zukunft mal ein job als erbe frei würde, hätte ich interesse.

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Bei den vielen Leuten, die ganz alt sind und keine Thronfolger haben, dürfte das ein Leichtes sein. Eventuell müssen Sie sich dann aber den Verstand von ständig wiederholten Geschichten aus alten Tagen zerrütten lassen, bis der Job dann endlich angetreten werden kann.

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