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Dienstag, 11. März 2008

Der vorerst letzte Bericht dieser kleinen Serie spielt in meiner Übergangswohnung. Es handelt sich dabei um ein Studentenwohnheim. Unbesehen mietete mich meine Frau hier ein, da die Zeit drängte und die Gelegenheit günstig war. Ich erwartete den klassischen 70er Jahre Zweckbau aus grauen oder erfolglos farbig gestalteten Betonfertigteilen, eine verschmutzte Bude mit verblichenen Spanplattenmöbeln mit abgewetzten Ecken.
Manchmal lohnt es sich, von einem worst-case-scenario auszugehen, denn in diesem Fall wurde ich äußerst positiv überrascht. Das Wohnheim ist ziemlich neu. Ein Designobjekt, in den Farben weiß, rot und dunkelgrau gehalten. Zwar Stahl und Beton, doch auf zeitgemäße Art verarbeitet, so dass man beim Anblick der Hausfassade nicht sofort in Depressionen verfällt.
Die Inneneinrichtung ist kühl und cool, weist witzige Details auf. Zum Beispiel sind die Schiebetüren von Garderobenschrank und Wandschrank gleichzeitig die Tür zum Bad, bzw. zum kleinen Eingangsbereich. Möbel und Einrichtungsgegenstände mit mehrfachen Funktionen waren schon immer ein geheimer Traum von mir. Auch wenn man in diesem Fall die schwierige Entscheidung zwischen einem verschlossenen Bad und einem verschlossenen Garderobenschrank treffen muss - denn nur eines geht. Einige andere Details, wie versteckte Klappfächer im Schrank gefallen mir ebenfalls gut. Außerdem gibt es ein langes Wandregal, in das auf der Höhe des Bettes eine Lampe integriert ist. Insgesamt ein schlichtes und doch gemütliches Designkonzept.
Die Gemeinschaftsküche ist ebenfalls schick, weist jedoch WG-typische Schwächen wie grausig versiffte Kühlschränke und Backöfen auf. Niemand bringt den Müll weg, die edle Designkubusatmosphäre macht ihre Bewohner also nicht zu edlen Menschenwesen.
Die Bewohner hier sind ohnehin ein ungewöhnlicher Fall: Am Anfang habe ich noch alle freundlich gegrüßt. Nachdem dieses allerdings mit dummen, fragenden oder gar feindlichen Blicken und Schweigen beantwortet wurde, steckte ich mir mein "hallo" und achte darauf, den Kontakt mit den anderen Bewohnern zu meiden, wie es hier üblich zu sein scheint.

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das ist nicht zufällig eines der wohnheime in großhadern?

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nein, es liegt im norden

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schade, dass Sie ausziehen. diese etwas beengt-randständige wohnsituation scheint Ihrer produktivität gut getan zu haben ;)

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