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Freitag, 15. Februar 2008
Heimwerken 2.0 - Heute: Digitaler Bilderrahmen

Wie bereits angekündigt, habe ich schon länger mit dem Gedanken gespielt, selbst einen digitalen Bilderrahmen zu bauen. Irgendwann hatte ich schon mal begonnen ein wenig zu basteln, aber so richtig Muße und Zeit hatte ich nicht dauerhaft. Nun ist vor einigen Tagen, nach 4 Wochen Lieferzeit, überraschend der IDE->CF Converter (1$ bei Ibi) aus Hongkong angekommen. Gestern und heute Abend hab ich das Projekt dann mal etwas vorangetrieben und nun gibt es IMHO ein ganz gutes Ergebnis. Hier ein paar Bilder und Anmerkungen zum Schaffensprozess:

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Grundlage ist mein erstes Notebook, ein Aldi-Ding, das - nachdem ein Freund meines Vater vor einigen Jahres versehentlich draufgelatscht ist - leider nicht mehr voll funktionstüchtig war. Technisch ein Pentium II mit 233 Mhz, stolzen 96 MB RAM und einer 3,2 GB Festplatte. 13" hat das Display und ist damit deutlich größer als diese Mini 6" oder 7" digitalen Bilderrahmen, die man zurzeit im Handel erwerben kann.

Als erstes musste das Display ab. Zu Anfang habe ich mich darum bemüht, sehr vorsichtig bei der Demontage zu sein, um notfalls die Chance zu haben, alles wieder zusammenzuschrauben, falls mir die Lust vergeht oder nach der Feststellung, dass sich meine Vorstellungen nicht umsetzen lassen. Also Display abgeschraubt und den Rahmen entfernt.

Meine erste Idee war, eine Weinkiste als Gehäuse zu benutzen, dort das displaylose Notebook reinzupacken, den Bildschirm oben drauf zu kleben, einen Bilderrahmen drüber, feddich. Schnell wurde jedoch klar, dass das Ding dann insgesamt viel zu tief werden, mit knapp 15 cm, derbe von der Wand abstehen und damit ziemlich klobig wirken würde.

Blieb also nur die Möglichkeit, sich von dem Kunststoffgehäuse des Notebooks zu verabschieden. Das Verfahren schien ziemlich einfach: Alle Schrauben raus und vorsichtig zerlegen.

Und so sieht das dann aus, wenn man nach einer Stunde Arbeit mit dem Feinmechanikerset, dem Florett also, auf Seitenschneider, Zange und Metallsäge umsteigt und ein Notebook in appetitliche Häppchen aufschneidet. An einigen Stellen musste ich rohe Gewalt anwenden, so dass ich mir nicht sicher war, ob die Komponenten das überleben.

Hier sieht man schon im Hintergrund die Rückseite des präparierten Bilderrahmens eines schwedischen Möbelhauses, in den ich ein Passepartout auf die Größe des Displays angepasst habe. Der Bildschirm ist mit Gewebeklebeband (mein neuer bester Freund) fixiert.

Im Vordergrund findet sich die komplette Rechnereinheit. Das Foto ist mit dem Handy aufgenommen worden, daher leider etwas unscharf.

Meine Ziele waren, dass die Kiste erstens später einigermaßen gut aussieht und zweitens möglichst keine Geräusche macht. So ein alter Prozessor + Onboard-Grafik verfügen natürlich über keine aktiven Lüfter, aber die passiv-Kühlplatten habe ich, trotz des hohen Gewichtes, doch wieder drangeschraubt/-geklebt, damit mir das Ding nicht wegfackelt.

Das einzige, was im Original merklich Geräusche von sich gab, war die Festplatte. Die musste also raus und ist nun mittels oben erwähntem Adapter durch eine 4-GB CF-Karte ersetzt worden. Kann man oben im Hintergrund durchschimmern sehen. Die Speicherkarte hatte ich mir für meine Israeltour gekauft, aber meine 300D war damit meist beim Beschreiben überfordert, weshalb ich das Ding nicht sehr vermissen werde.

Die einzelnen Komponenten sind schließlich mit Klebeband und Spucke in dem Rahmen auf der - mit Löchern für die Kabel versehenen - Pressholzplatte angebracht worden.

Softwaremäßig läuft auf der Kiste ein Damn Small Linux mit einem einfachen Bildbetrachter, der mittels einer Slideshow alle 30 Sekunden die Bilder wechselt. Die Installation verlief überraschend problemlos, alle Komponenten wurden sofort erkannt und liefen von der ersten Sekunde an. Im Moment ist eine PCMCIA-Netzwerkkarte drin, kabelgebunden, Wlan vielleicht später. Das Ganze ist übrigens komischerweise ziemlich schnell, obwohl die CF-Karte beschissene Zugriffszeiten hat. Mittels SSH und einem FTP-Client kann man bequem Bilder draufspielen und alles auch per VNC fernsteuern.

Ich habe das Ding erst einmal in der Küche aufgehängt. Wlan wäre perspektivisch schon klasse, damit man auch mal bei Chefkoch.de nach Rezepten oder anderswo im Netz schauen kann, ohne ein Kabel in die Küche zu legen. Oder auch, um zu sehen, was gerade für Musik vom iMac aus dem Arbeits-/Wohnzimmer über die Boxen in der Küche gespielt wird. Mir ist schon klar, dass man im Bedarfsfall auch ein funktionstüchtiges Notebook auf den Küchentresen stellen kann, aber rational kann man den ganzen Krempel eh nicht erklären.

So schaut mein Selbstbau-Bilderrahmen nun im Original aus. Das Kabel unten (weiß) ist von der Tastatur, die im Moment dranhängt. Dauerhaft kann man sich das wegdenken. Das Stromkabel oben (schwarz) könnte man noch in einem weißen Kabelkanal verstecken, damit es etwas schicker daher kommt. Insgesamt stecken so zwischen 4 und 5 Stunden Arbeit drin. Es hat Spaß gemacht, das Ergebnis ist nett und ich wirke nun ein bisschen der Tendenz entgegen, dass man tausende von digitalen Bildern hat, die man sich aber nie anschaut. Im Moment habe ich ca. 6000 meiner Bilder in jpeg-Format (mittlere Kompression) auf dem Ding in einer randomisierten Slideshow laufen, das reicht für ne Weile. Natürlich habe ich nicht vor, die Hütte permanent laufen zu lassen, muss die Tage mal nen Verbrauchsmesser für 24 Stunden davorschalten, damit ich einschätzen kann, was da an Strom durchfließt. Live-Besichtigungen nach Vereinbarung.

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alter falter, das nenne ich fortgeschrittenes heimwerken!

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das ist der geist, der euphorika ausmacht: 148 prozent engagement für weitgehend sinnfreie projekte ;)

wirklich beeindruckende performance. wenn es irgendwie hilft: hab hier noch 'n altes 12-zoll-acer-notebook von 1998 zu liegen, das ich für jegliche experimente zur verfügung stellen würde. vielleicht in zusammenarbeit mit herrn svevil die entwicklung einer tier-computer-schnittstelle?

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Das sieht ja absolut super aus! Muss ich mal ueberlegen, ob ich das auch mit meinem alten Powerbook mache. Obwohl ich das Ding bestimmt nicht ohne Luefter betreiben kann.

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Ich glaube es gibt spezielle flache Stromkabel, die man dann unter ein bisschen Tapete verstecken könnte. Sieht dann sicher besser aus als ein Kabelkanal.

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