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Der Flatliner
Dieses Memo handelt ausschließlich von technischen Computerspielereien. Für die meisten nicht im Entferntesten interessant. Und wahrscheinlich – weiß ich jetzt noch nicht – auch noch ziemlich humorlos. Nur so als Warnung. [Hier geht es los]
Seit sehr, sehr langer Zeit habe ich einen Traum. Der Traum ist sehr konkret, 100pro materialistisch-hedonistischer Natur und hilft niemandem außer meinem Ego. Der Traum heißt: Media-Center-PC. Und seit gestern Abend ist er Realität. Das heißt: Fast. Da ich seit einiger Zeit der Marke Apple verfallen bin, ist es natürlich ein Media-Center-Mac geworden. Die Grundidee ist simpel: Pack das gesamte Unterhaltungselektronikarsenal deines Wohnzimmers in eine möglichst kleine, schicke aber unaufdringliche Kiste und verwende den so gewonnen Raum für Blumen, Designermöbel oder – noch besser – zur Bekämpfung des akuten Leerstellenmangels, der sich mit der Zeit in jeder Wohnung einstellt.
Die Umsetzung ist schwierig. Viele Mediacenter-Träume beginnen und enden abrupt bei finanziellen Erwägungen. Mit notorisch knappem Budget müssen männliche Machtphantasien (mein Ding kann ALLES!), ästhetische Bedürfnisse und die Vorstellungen der weiblichen Mitbewohnerin (EINE Fernbedienung! KEIN Feature-Schnickschnack!) unter einen Hut gebracht werden. Für so was braucht man Fachverstand, Glück und Eier. Den Fachverstand, das benötigte Equipment zusammenzustellen, das Glück, alles in gewünschter Weise zu einem vernünftigen Preis zum Laufen zu kriegen und die Eier, nicht an den falschen Stellen zu sparen. Bei mir fing es mit Glück an. Seit einigen Monaten habe ich bei eBay immer wieder mal bei bereits etwas betagten Mac Minis mitgesteigert. Die Dinger sind nämlich klein, schick, leise, einigermaßen leistungsfähig und mit dem „weltweit fortschrittlichstem Apple Betriebssystem“ (Apple.de über Mac OS X Tiger. Übrigens nicht wirklich erstaunlich bei genau einem Kandidaten für diesen Titel) ausgestattet. Bei 350 EUR stieg ich immer aus. Vorletzten Montag dann die Mail: Herzlichen Glückwunsch! Mac Mini G4, 1.5 GHz, Superdrive, 80 GB-Festplatte für 348 EUR. Soviel zum Thema Glück, 1. Teil. Nun zu den Eiern.
Eier haben bedeutet für Apple-Jünger, in einen Gravis-Store zu gehen, die unglaublich arrogante beratungsähnliche Leistung eines nerdigen Fachverkäufers mit angeclipstem Ipod-Shuffle am karrierten Hemd über sich ergehen zu lassen und dann trotzdem richtiges Geld auszugeben. 149,- EUR um genau zu sein. Investiert in einen Elgato Eye-TV-USB-Stick inklusive Software im Bundle mit Roxio Toast 8 Titanium (DVD-Brennsoftware) und einer Keyspan-Fernbedienung zum Steuern des Mediacenters vom Sofa aus. Dazu kommt streng genommen noch 10.- EUR für eine Software namens Remote Buddy, mit der man so gut wie jede Apple-Application fernsteuern kann. Da es aber eine 60-tätige Testphase gibt, hab ich mir das Geld erst mal gespart. Ergibt insgesamt ein Investitionsvolumen von rund 500 EUR, da ich einen geeigneten Monitor und ein brauchbares Aktivboxensystem bereits besitze.
Fachverstand: Die einzelnen Komponenten an den Mac Mini anzuschließen ist keine große Kunst. Denkt man. Ist es aber. Und damit wieder zum Thema Glück, zweiter Teil. Mit meinem kleinen , nunmehr aufgemotzten Mac Mini, der an ein ordentliches 19-Zoll-TFT-Display angeschlossen ist, kann man eine ganze Menge machen: DVDs und Videoclips gucken, Fernsehen, Fernsehsendungen mit Timeshift unterbrechen, aufnehmen und auf DVDs oder einen Ipod-Video überspielen, Musik hören, und den ganzen anderen Kram, den man mit einem Computer eben so machen kann. Das Schöne bei Macs ist, dass ihr Ruhezustands-Modus super funktioniert und man den Rechner beliebig oft in Sekundenschnelle hoch- und wieder runterfahren kann. Theoretisch. Praktisch geschah gestern Abend gegen 23:30 Uhr Folgendes: Nach Harald Schmidt schickte ich den Mac bei noch laufender TV-Sendung in den Tiefschlaf. Nach fünf Minuten weckte ich ihn wieder auf. Es klickte ein paar Mal komisch und die weiße Statusleuchte blinkte hektisch. Dann war der Rechner aus. Ich meine, so richtig aus. Vollkommen tot. Das erneute Betätigen des Netzschalters bewirkte genau GAR NICHTS. Kein seufzender Lüfter, keine bootende Festplatte, nicht die kleinste Aktivität war zu spüren.
Was war passiert? Der Rechner war weder besonders warm, noch stank oder qualmte es irgendwo. Da lag ein weißer Stein in unserem TV-Regal und seine stumme Botschaft lautete: „Du hast es soeben geschafft, 350,- EUR durch den Schornstein zu blasen. Vollidiot.“ Zu diesem Zeitpunkt ging meine Liebste zu Bett und raunte: „Mach nicht zu lange…“ An dieser Stelle möchte ich einmal auf die Nützlichkeit von Übersprungshandlungen hinweisen: Nachdem ich den Mac Mini für den morgigen Transport zum Apple-Doktor verpackt hatte, installierte ich frusteshalber die ganzen schicken neuen Komponenten in meinem G4-Powerbook. Das dauerte eine halbe Stunde lang und war eigentlich völlig seinfrei. Ich wollte wohl nur einmal den Abglanz dessen sehen, wie es hätte sein können, wenn… Aber ein Powerbook als Mediacenter ist aus mehreren Gründen eine blöde Idee. Unter anderem deshalb, weil ich es häufig zur Arbeit mitnehmen muss. Doch ein Gutes hatte die Sache: Ich hatte offenbar wichtige Zeit totgeschlagen. Bevor ich schließlich um ein Uhr ins Bett ging, überkam mich der Wunsch, den Mac Mini, den ich nur so kurz hatte kennen lernen dürfen, noch einmal zu sehen. Ich packe ihn aus, wog ihn in der Hand und - wirklich, keine Ahnung warum – schloss ihn ein letztes Mal an die Streckdose an. Er funktionierte natürlich.
Ehrlich, Leute, so was gibt es nur bei Apple: Computer, die nach halbstündigem Scheintod wieder zum Leben erwachen. Vielleicht sollte man Steve Jobs, wenn er dann noch Chef vons Janze ist, mal stecken, dass er dieses versteckte Feature stärker pushen sollte: Lazarus ™, die wunderbare Wiederauferstehung eines toten Macs. Nicht kontrollierbar, nicht vorhersehbar und gerade deshalb so aufregend. Lazarus Shuffle ™. Auch wenn ich zu diesem Zeitpunkt fast geweint habe vor Glück, quälte mich natürlich die Frage nach dem WARUM? Also beschloss ich die Situation des ersten Totalausfalls exakt zu replizieren. Und es gelang. Der Mac war wieder tot. Die Zufriedenheit darüber, etwas Regelhaftes an diesem bisher eher chaotischen Abend entdeckt zu haben, wurde relativ schnell von der Erkenntnis getrübt, dass der Mac für weitere 30 bis 60 Minuten außer Gefecht gesetzt war, wobei ich mir ja nicht mal sicher sein konnte, was Lazarus Shuffle ™ sich als nächstes ausdenken würde. Und darüber hinaus: Ein Mediacenter-Mac, den man bei laufendem Fernsehprogramm nicht einfach mal ins Standby schicken kann, ist in etwa so praktisch wie eine Flex im Seifenblasenmuseum…
So liebe Google-Freunde, die ihr nach stundenlanger Internetrecherche endlich auf diese Seite gestoßen seid, weil Euren kleinen Mac ein ähnliches Schicksal plagt und die ihr so geduldig meinen Ausschweifungen gelauscht habt! Hier kommt die Auflösung: Das Problem heißt U-ES-BE-ZWO-NULL-HUB mit eigener Stromversorgung. An den waren der TV-Stick und der Fernbedienungssender nämlich angeschlossen. Das lässt sich auch kaum vermeiden bei lediglich zwei USB-Anschlüssen am Mac Mini G4. Jedenfalls: Wenn TV-Stick und Fernbedienungssender direkt am Mac angeschlossen sind, überlebt das System viele, viele Standbys ohne zwischenzeitliche Nahtoderfahrung. Jetzt werdet Ihr Euch fragen, was genau wohl die Ursache des Problems war und ihr könnt mit vielen tollen Fachbegriffen wie „PRAM-Reset“ oder „Bug im Logic-Board“ um Euch werfen. Ich aber sage Euch: Haltet ein, Ihr Lötkolbenschwenker, Ihr ewig Lego-Technik-Geschädigten. Es ist mir wirklich scheißegal. Die Frage ist doch eher: Was lernt uns das zum Thema „Apple“? Das lernt uns, dass Apple genau die gleiche Scheiße ist, wie alle anderen Firmen auch, nur dass die Scheiße eben besser aussieht. Nachdem ich die Fernbedienung mit unglaublicher Liebe fürs Detail so raffiniert programmiert habe, dass man den Mac mithilfe von neun Tasten komplett steuern kann, schnurrt das Mediacenter übrigens wie ein Kätzchen. Ein Kätzchen mit Standby-Funktion und Lazarus Shuffle ™ Reincarnation Mode.
Ich war im Laufe der Nacht gezwungen, zu Testzwecken einer Reihe von Fernsehausstrahlungen beizuwohnen. Diese Erfahrung hat meine Anstrengungen zum Aufbau eines Mediacenter-Macs stärker konterkariert, als all meine Kämpfe mit der verbuggten Apple-Hardware. Den nachhaltigsten Eindruck hinterließen zwei 3-D-Figuren namens „Sabine und Napoleon“, die sich auf Super-RTL mit abgehackter Computerstimme kostenpflichtige SMS-Botschaften der Zuschauer vorlesen. Aber auch hier erfahre ich Trost: Mein kleiner Lazarus lässt auch den letzten Mist noch stylisch aussehen. Vielleicht einer der Gründe, warum so viele Werber auf Macs stehen.
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Das war eine sehr rührende Geschichte. Schön, hier mal wieder ein so langes Stück Text zu lesen, mit einem Happy End obendrein. Von mir aus könnse ihr ganzes Haus verapplen, wenn da solche Anekdoten bei rumkommen.
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ChrisTel, 27. April, 19:06
Ich hatte schon beführtet, sie hätten sich auf das AppleTVDing eingelassen und mir vorgestellt wie ich ihnen virtuell den Arsch versohle. So wie sie das gemacht haben, ist das völlig richtig. Das Problem mit dem USB-Hub hatte ich mal mit meinem Scanner. Die Nahtoderfahrung* blieb bei mir aus, denn nach einem Reboot war alles bene. USB-Hubs wurden auf jeden Fall in der Hölle geboren, soviel steht fest.
*Nahtoderfahrung kennt mein Browser nicht und schlägt stattdessen Motorraderfahrung vor.
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Schokoqueen, 27. April, 20:35
willkommen
in unserem Leben Larzarus!
Zu den Umständen unter denen wir an unseren neusten Mitbewohner aus der Familie der I´s gerieten, sei angemerkt, dass mich der Herr des Hauses vor einer Woche kontaktierte und sehr devot ins Telefon säuselte: "ähmmm, ich glaube ich habe was bißchen dummes gemacht". Nach langem Nachboren erfuhr ich: "Ich habe ausversehen einen Mac Mini ersteigert.."
Hallo? Kann mir mal einer erklären wie man ausversehen einen Computer ersteigert??
Ich nöle aber nicht, weil ich den Kleinen auch schon sehr lieb gewonnen habe und wegen der "Verlängertes-Wochenende-Laune" auch sehr dankbar bin, dass er nicht endgültig die Biege gemacht hat.
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jensr, 28. April, 11:50
Ich habe mir jetzt letztens auch einen dieser Satelliten-Reciever mit Festplatte und Netzanschluss geholt, seit dem mein alter Receiver kaputt ist. Ist nicht schlecht, und interessant ist auch dass das Ding unter Linux laeuft. Die Benutzerfuehrung muesste aber noch ein wenig verbessert werden bevor ich sowas jemand anderem empfehle.
Zum reinen Filme-angucken ist uebrigens eine von den alten Xboxen mit Xbox Media Center nicht schlecht.
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Online seit 2292 Tagen
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hihihihihi
by Kailoi (4. Dezember, 22:33)
Schon klar - hab's nur
als Steilvorlage genommen, um den umgekippten LKW hier irgendwo...
by Anonymus (4. Dezember, 18:30)
Hat ja keiner behauptet. Es
geht ja nur um rein subjektive Vergleiche. Um pauschale...
by Kailoi (4. Dezember, 17:51)
Da bin ich jetzt
schon froh!
by Kailoi (4. Dezember, 17:47)
Selber schuld wenn Ihr Euch
in die Höhle des Löwen begebt....
Vergesst die Details...
by Schokoqueen (4. Dezember, 13:49)
Obwohl man auch nicht
sagen könnte, in Bielefeld würde rein gar nichts passieren.
by Anonymus (4. Dezember, 11:29)
Geburtsvorbereitung Ich habe jetzt in
einigen Veranstaltungen gesessen, in denen sich die Geschlechtsgenossen ganz offensichtlich...
by Kailoi (3. Dezember, 23:13)
Zugegeben: Obwohl ich schon häufig
mit dem Gedanken gespielt habe, eine Marxistin zu werden...
by Kailoi (3. Dezember, 22:44)
ich hab Sie!
by Albtraumjaeger (3. Dezember, 21:49)
spannender als bielefeld und
teurer als berlin.
by Kailoi (3. Dezember, 15:22)
Gut: Die Website meiner Firma
lassen wir hier lieber mal heraus.
Ich werde in...
by Kailoi (3. Dezember, 14:46)
das ist doch mal ne
idee. immerhin hab ich gerade Ihre maloche-website gefunden (dämonische...
by Albtraumjaeger (3. Dezember, 10:03)
Das war's dann wohl wirklich.
Schon ein bisschen schade natürlich. Repräsentative historische Sozialisten-Bauten scheinen...
by Anonymus (3. Dezember, 00:24)
die fotos sind sehr cool.
die bilder laden nur teilweise echt lange. da muss...
by Kailoi (2. Dezember, 15:34)
oder noch geiler: wer als
erstes mein persönliches blog findet und den link hier...
by Kailoi (2. Dezember, 15:33)
ich nehm´s garnicht übel.
wenn mein blog einigermaßen akzeptabel aussieht, werde ich den Link...
by Kailoi (1. Dezember, 17:21)
Ich habe neulich erfahren,
dass Meerestiere nicht unerhebliche Mengen an Plastik enthalten.
by Kailoi (1. Dezember, 17:14)
interessante photos. beeindruckende bilder
einer verstörend-idyllischen fischverarbeitungsindustrie. robuste kamera, scheints.
by Albtraumjaeger (1. Dezember, 12:42)
nehmen Sie's doch nicht gleich
übel. die mischung aus wenig zeit und absolut lausiger...
by Albtraumjaeger (1. Dezember, 11:43)
Fish-Work
by Anonymus (30. November, 17:07)
Wenn Ihr vor Neugier
zu platzen droht, teile ich Euch gerne die URL mit.
by Kailoi (29. November, 21:41)
München ist eine Stadt
wie jede andere.
by Kailoi (29. November, 21:36)
Knospe In der Zeit als
hier nicht nur wenig, sondern überhaupt nichts los war, habe...
by Kailoi (25. November, 13:57)
janz jenau. außerdem hätten wir
gar keine zeit, hübsche kurzfilme zu drehen. wir sind...
by Kailoi (25. November, 11:26)
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