Beitrags-Archiv (Seite 501 von 511)
Montag, 30. Dezember 2002
Google-Gewitter


Immer wieder schön, dass Weblog-Beiträge (wegen der intensiven Verlinkung) bei Google in den Suchergebnissen so weit vorne liegen. Und wie das untere Beispiel zeigt, befinden wir uns in bester literarischer Gesellschaft:


(Quelle: Seite 2 der Suchergebnisse von "Gewitter" bei Google.de)

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Theaterrückblick 2002


Wahrscheinlich wird es Euch nicht wundern, wenn sich meine Rückschau auf das Theaterjahr 2002 nur mit einem einzigen Stück beschäftigt, meinem eigenen: perfect-end.com. Gut, Herr Dürrenmatt hätte sich im Grabe herumgedreht (wenn das nicht so weit weg wäre) und die Herren Brecht und Schiller hätten wohl auf eigene Kosten eine Lynch-Truppe zusammengestellt, aber zum Glück sind die ja alle längst tot!

Hier noch einmal einige visuelle Eindrücke von der Generalprobe und den Aufführungen:

Generalprobe
Aufführungen

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Sonntag, 29. Dezember 2002
Schiller

Sorry albtraumjäger, kann korrekturbänder bei IBM Typenradmaschinen wechseln, aber das war's nicht bös gemeint, hab es nur nicht mehr löschen können. Zeit war vorbei, wie so oft...

Die Bar lud nicht dazu ein, sie des Ambiente wegen zu betreten. Es war eine Bar, wie sie wohl in allen Großstädten, in jeder Bahnhofsnähe zu finden ist. Mit Straßennamen großer Dichter und Denker, die auch Ortsfremde auf die unmittelbare Nähe zum Zentrum hinweisen. Eingekeilt zwischen Daddelhallen und der vorgegaukelten Leidenschaft von Videokabinen, zwischen libanesischen Import/Export-Läden und drittklassigen Nahrungsaufwärmern gelegen. Trotz der weggeschobenen Wände zur Straßenfront war es auch an sonnigen Sommernachmittagen im inneren dunkel. Eine zweifelhafter Ruhepol inmitten von Geschäftigkeit und Hektik. Viel kalter Stein am Boden und an den wohl künstlich eingezogenen Säulen. Viele, viel zu kleine Tische nebst unbequemen Barhockern. Eine viel zu lange, viel zu verwinkelte Bar. Zuviel Platz für zuwenig Gäste. Ideal für einen letzten, intimen Kaffee. Und jede Menge, auf den ersten Blick nicht zuzuordnender Kitsch an den Wänden. Fotos und Dokumente von Prominenten, mit denen sonst nur Szenewirte ihre Popularität in Prominentenkreisen untermauern wollen. Foreman drückte auf einem Foto über der Espressomaschine einem grinsenden Mann die Hand. Verblichene Eintrittskarten von Vegas und Manila hinter Glas zur Schau gestellt. Frasier mit dem gleichen Mann in der gleichen Szene hing links neben dem Gang zur Toilette. Ali war da, einen halben Meter weiter vorne auch noch als Clay. Scholz, Schmeling, alle waren hier vertreten und lächelten mit dem Mann und seiner Hand von den Wänden. Die Frau hinter dem Tresen schien auch ein Teil der hier vertretenen Devotionalien des Faustkampfes zu sein. Sie mit Bedienung anzusprechen wäre Fremden nicht in den Sinn gekommen. Ihr Gesichtsausdruck als auch ihre Statur ließen vermuten, dass Dienen noch nie ihr Metier war. Ihre schwarze Hautfarbe, ihre Größe, ihre Persönlichkeit. Alles Indizien, die mögliche Widersprüche bereits im Keim ersticken ließen. Es schien angebracht, um zwei Tassen Kaffee zu bitten. Sie nahm die Bestellung mit der Mimik eines Bullterriers auf und schlich dann mit tigergleichen Schritten, die man ihr im ersten Moment nicht zugemutet hätte, zur Kaffeemaschine. Die große, fremde Frau, deren Mine angewiderte Langeweile auszudrücken schien, stellte zwei heiße Tassen auf den kleinen Marmortisch, blickte in vier fremde Augen und lächelte. „Liebe findet immer ihren Weg“ bemerkte eine ungeahnt warmherzige Stimme und kassierte ab.

claras most prefered version Hoffe, es passt jetzt...

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Samstag, 28. Dezember 2002
Engel



Für Maria, Weihnachten 2002

 Eine dichte Schneedecke lag auf der Landschaft. Wiesen, Bäume, die wenigen Häuser, selbst Straßen waren hoch bedeckt mit nassem, klebrigem Schnee. Zwei Betrunkene lagen auf einer kleinen Seitenstraße und formten Engel. Sie bewegten ihre Arme auf und ab, spreizten ihre gestreckten Beine auseinander, kicherten und grölten. Schließlich schaffte es einer der beiden, sich aufzurappeln, um sich sein Werk von oben anzuschauen. Sein Engel hatte große, gleichmäßig abgerundete Flügel. Das Kleid war an einer Stelle etwas ausgefranst, dort, wo er einige Male vergeblich versucht hatte, auf die Füße zu kommen. Ein fast runder, weißer Mond bescherte der Szenerie eine gespenstische Beleuchtung. Der zweite Betrunkene war still geworden. Unter seinen vollkommen durchnässten Kleidern waren ebenfalls die Konturen eines Engels zu erkennen. Mit unsicheren Schritten, aber immer darauf bedacht, die Konturen der Engel nicht zu zerstören, wankte der erste zu seinem Trinkgefährten, um ihm auf die Füße zu helfen. Doch der lag wie steifgefroren im Schnee und rührte sich nicht. Nach einigen vergeblichen Versuchen, den Liegenden hochzuziehen, gab der erste schließlich auf. Leise fluchend setzte er sich an den Straßenrand und kramte nach seinem Mobiltelefon. Die Notrufzentrale fragte ihn nach seinem Standort, um einen Rettungswagen schicken zu können. Er wusste es nicht, erinnerte sich aber dunkel an eine Kreuzung hinter der letzten Kurve. Dort würde er bestimmt ein Straßenschild finden. Die Frau aus der Notrufzentrale wurde langsam ungeduldig. Er legte auf. Wenn er den Straßennamen wüsste, würde er noch mal anrufen. Wieder rappelte er sich auf und machte sich auf den Weg zum nächsten Straßenschild. Es schneite wieder stärker. Aus den dicken, nassen Flocken waren nun kleine, eisige Schneekristalle geworden. Auch der Wind wurde kälter. Er blickte zurück auf den dunklen Fleck, der nun schon einige hundert Meter hinter ihm lag. Er ahnte, dass sein Freund in Lebensgefahr schwebte. In einiger Entfernung vor ihm konnte er eine Straßenkreuzung unter einer Straßenlaterne erkennen. Nochmals beschleunigte er seine Schritte. Das Gehen wurde immer schwieriger. Seine Beine sanken inzwischen bis den Waden im Schnee ein. Auf einer vom Schnee bedeckten, zugefrorenen Pfütze rutschte er aus. Hart schlug sein Kopf auf der Straße auf. Bevor er bewusstlos wurde, meinte er, schwache Rufe hinter sich zu hören. Er versuchte, den Kopf zu drehen, konnte ihn aber nicht bewegen. Dann wurde es dunkel.

 Die Geburt eines Engels ist an sich keine spektakuläre Sache. Allein ihre Unvorhersehbarkeit macht sie immer wieder zu einem bemerkenswerten Ereignis. Der erste Engel erwachte, als der Betrunkene gerade mit der Notrufzentrale telefonierte. Nicht, dass er verstanden hätte, was dort am Straßenrand gerade geschah. Er verstand nicht nur die menschliche Sprache nicht, er besaß nicht einmal etwas dem menschlichen Hörsinn Vergleichbares. Die Wahrnehmungsfähigkeit eines Engels hat mit der von Sinneseindrücken geprägten menschlichen Wahrnehmung nicht viel gemeinsam. Der Engel wusste einfach, was ist. Er spürte die erregte Existenz des Telefonierenden wie auch die schwindende Existenz eines weiteren Wesens ganz in seiner Nähe. Und er wusste von einer dritten, langsam aufkeimenden Existenz, deren nähere Umstände aber seltsam verschwommen für ihn waren. Als sich der erste Betrunkene aufmachte, ein Straßenschild zu suchen, begann der Engel gerade zu begreifen, dass es äußerst praktikabel war, die Welt in den Dimensionen Raum und Zeit zu erfassen. Und er lernte etwas über Bewegung in diesen Dimensionen. Er spürte neben sich eine Bewegung der schwindenden Existenz, die wie eine Welle gegen sein Bewusstsein brandete. Der zweite Betrunkene war aufgestanden und hatte ein paar schwache Rufe abgegeben. Einige Schritte schaffte er, kippte kopfüber nach vorne und blieb liegen. In diesem Augenblick erloschen fast gleichzeitig zwei Existenzen, während die dritte, aufkeimende Existenz zu einer zeit-räumlich wahrnehmbaren Größe im Bewusstsein des Engels wurde. Ein zweiter Engel wurde geboren. In den ersten Minuten waren beide viel zu sehr mit dem Ergründen dieser Welt beschäftigt, in die sie hineingeworfen waren worden, um die Existenz des jeweils Anderen näher zu erfassen. Und noch während sie sich orientierten, während sie sich den beschränkten Dimensionen dieser Welt anzupassen begannen, erkannten sie, was Verfall bedeutet, Tod und Verlust, und sie lernten, darüber zu trauern. Immer mehr Schneeflocken fielen auf sie nieder, verwischten ihre Konturen, bedeckten die plattgedrückten Schneekristalle. Die Engel bemerkten, wie ihre perfekten Geister in immer verschwommeneren Bahnen dachten, wie ihre eben noch so jungen Existenzen ganz langsam, Flocke für Flocke, Kristall für Kristall wieder erloschen. Was für eine seltsame Welt, dachten sie da und als sie es dachten, bemerkten sie den gleichen Gedanken des anderen, wandten sich einander zu und langsam, Kristall für Kristall, erloschen ihre Geister.

 Die ganze Nacht hindurch fiel dichter Schnee auf Wiesen, Bäume, Häuser und Straßen. Er bedeckte alle Fußstapfen, alle Spuren der letzten Nacht. Der Morgen brachte einen eisigen Wind, der alle Wolken rasch vom Himmel fegte und eine rote Sonne gab für kurze Zeit ihr Licht dazu.

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Donnerstag, 26. Dezember 2002
Klappstullengeschichten: Episode Eins

Mit dieser Rubrik möchte ich unserem Schwimmbecken voller Gehirne einen weiteren Köder hinzufügen. Man kennt mich (wenn man mich kennt) als begeisterten Koch und ich habe schon auf der Urversion von Euphorika versucht, dieser Kunst und Leidenschaft Raum zu schaffen. Eine weitere Sammlung von unterschiedlichen Rezepten an dieser Stelle zu beginnen wäre zwar möglich, würde jedoch meiner Meinung nach der unausgesprochenen Grundidee des Euphorika.weblogs widersprechen. Außerdem kochen einige Euphorikanten gar nicht oder nur zum Zwecke der täglichen Ernährung, was ihr gutes Recht ist. Darum wollte ich die Sache für alle Beteiligten etwas spannender machen. Hier ist also meine Idee: Das Grundprinzip ist angelehnt an das Konzept von Alptraumjäger, welches er für den Geschichtenzyklus "Das Floss" verwendet hat. Anstatt es umständlich zu erklären, beginnt die Show sofort mit einem konkreten Beispiel:

Es gibt eine gleichbleibende Einleitung, die kursiv geschrieben ist und die immer mitkopiert werden soll. Alles Folgende wird dann vom jeweiligen Autor weitergeführt.

Man begreife das Brot, welches hierzulande in den unterschiedlichsten Arten und Formen erhältlich ist, als ein Medium. Man isst es als Beilage zu und als Einlage in Suppen, zerreibt es zu Krümeln und hüllt damit Fleisch vor dem Braten ein oder man füttert damit Enten. Die einfachste und klassische Methode ist jedoch, es mit etwas zu belegen, zu bestreichen und/oder zu bestreuen und es dann, wo immer man auch ist, zu essen. Der Vorgang der Zubereitung einer Stulle hat etwas Magisches: Man kombiniert Dinge mit Brot, verleiht dem Brot ein neues Erscheinungsbild und einen neuen Geschmack. Dieser Prozeß kann unzählige Entscheidungen innerhalb einer Sekunde erfordern, kann kreativ, unterbewußt, lieblos oder unter widrigen äußeren Umständen erfolgen. Das belegte Brot begleitet uns fast unser ganzes Leben, viele Geschichten sind fest damit verbunden und doch wurde uns diese Tatsache nie so recht bewusst - bis jetzt ...

Als ich das meisterhafte Brot erfand Es war ein langer Tag gewesen bis zum Abend. Die Reise per Bahn nach Hause zu meinen Eltern war wie gewohnt ereignislos. Der Hunger trieb mich naheliegenderweise in die Küche, in der das Abendessen längst ohne mich stattgefunden hatte, da ich, wenn auch nicht unerwartet, doch zumindest unerwartet spät angekommen war. Ein Brot sollte die schnelle Lösung sein. Der Faktor Zeit spielte für die folgenden Ereignisse eine wichtige Rolle. Hätte ich nicht so einen Riesenhunger und somit Zeit gehabt, hätte ich vielleicht eine Kleinigkeit gekocht. Doch es war so, wie es war. Die Brotschneidemaschine trennte säuberlich zwei sechs Millimeter dicke Scheiben Graubrot vom Laib. Die erste Scheibe war auf der einen Seite etwas trocken geworden. Diese tat ich in den Toaster, der die Trockenheit in eine knusprige Gesamtsituation überführen sollte. Die andere, frische Scheibe bestrich ich mit frischer Butter, die meine Eltern bei einem Bauernhof gekauft hatten. Ich hatte immer gedacht: "Butter ist Butter - streichbares Fett eben", bis ich diese Butter probiert habe. Es ist blanker Wahnsinn! Eine geschmackliche, exquisite Sondervorstellung für die Sinneszellen. Man muss solche Butter probieren, wenn man das noch nicht getan hat und erst dann kann man es nachvollziehen. Ich fand frischen Raukesalat und wusch eine handvoll der gezahnten Blätter unter dem Wasserhahn. Danach ließ ich sie auf einem Blatt Küchenkrepp abtropfen. Das frisch getoastete Graubrot sprang nun aus dem Toaster, war für das Bestreichen mit Butter zu heiß. Die schnellere Lösung befand sich in einem Glas mit der Aufschrift "Dijonaise", was eine Kreation aus Majonaise und Dijonsenf sein soll. Diese verteilte ich reichlich auf dem warmen Brot. Darauf legte ich einige dünne Scheiben geräucherten Schinken. Eine großzügige Schicht der Raukeblätter wurde dann mit der anderen Scheibe Brot bedeckt. Fertig. Ich hatte eine kulinarische Droge erfunden, eine beinah zufällig enstandene Komposition von Konsistenzen und Geschmackskomponenten, die mich dazu veranlasste, dieses Brot genau so gleich nochmal zu machen. Beim darauffolgenden Abendbrot wiederholte ich das Ritual. Dieses meisterhafte Brot habe ich seitdem nicht mehr gegessen. Meistens fehlte Raukesalat und diese Butter haben meine Eltern auch schon lange nicht mehr gekauft. Das ist schade, denn manchmal erinnere ich mich daran und denke: "Mann, das war ein echt leckeres Brot!"

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Geschenke zeigen!

Ich hab zu Weihnachten richtig geile Geschenke bekommen. Zwei davon hab ich mal zu Euphorika mitgebracht:

Geile Geschenke!

Die Jacke (von Tenson) is ziemlich genau so alt wie ich und hat früher meinem Papa gehört. Vor sechs Jahren hab ich sie mir unter den Nagel gerissen und so lange getragen, bis sie ziemlich im Arsch war. Getz hat Maria sie zu 'ner Schneiderin gebracht und generalüberholen lassen. Sowas wird nämlich heute gar nicht mehr gebaut! Meinem Cousin, der die gleiche Jacke von seinem Vater übernommen hat, hat mal einer innem Geschäft 100 Mack dafür geboten, so geil is die.

Dat zweite Geschenk konnte ich schlecht ins Bild kriegen, weil ich mich damit nämlich fotografiert hab: 'Ne Webcam, juchu! Das bedeutet: Zukünftig viele Bilder von mir auf Euphorika. Freut Euch!

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Mittwoch, 25. Dezember 2002
Der Vierzeiler des Tages

Du kannst es noch so gut mit meinem Wohlbefinden meinen, Mir Dinge raten, die als vernünftig Dir erscheinen, doch komm mir nicht mit einem Wort: Sport

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Montag, 23. Dezember 2002
Euphorika-Weihnachts-Special


Weihnachts-Special 2002
Wir haben es versprochen und nun ist es da: Das große EUPHORIKA-WEIHNACHTS-SPECIAL. Wir, die Administratoren von Euphorika und Ständigen Mitglieder des Glogmonischen Sicherheitsrates, möchten uns mit diesem Special bei allen Lesern, Freunden und Lebensabschnittsgefährten (weibl. Formen bitte im Geist dazudenken) für alle Wohltaten des vergangenen Jahres bedanken. Dafür, dass Ihr uns geliebt, toleriert oder am Leben gelassen habt. Für Verpflegung in Euren Häusern, für Witze auf Eure Kosten und für Einladungen zu Euren Partys.

Im Besonderen widmen wir dieses Special dem Autorenkollektiv von "Die Bibel" (Für die einen ist es ein Buch, für die anderen die härteste Steilvorlage der Welt), allen Bürgern von Glogmonien und natürlich Euphorika, dem grünsten Weblog wo gibt.

Frohe Weihnachten wünschen Euch

Albtraumjaeger, ChrisTel & Kailoi

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Sonntag, 22. Dezember 2002
Chinarestaurant-Syndrom

Heute haben wir mal bei dem chinesischen Restaurant bei uns um die Ecke ein weiteres Rätsel des Alltages aufzuklären gesucht. In den Speisekarten heißt es da doch oft myteriös "Für vier Personen - bitte vorbestellen". Das hatten wir bis heute nie ausprobiert. Da mein Bruder zur Zeit im Lande ist und mein Vater uns zu seinem Geburtstag zum Essen einladen wollte, bot sich die Gelegenheit. Ich erwartete irgendwie etwas Exotisches, etwas, dass man dort halt nicht immer im Sortiment hat. Tja. Ich meine, es ist kein großes Geheimnis, dass die Speisen im China-Restaurant dem europäischen Geschmack angeglichen sind. Aber als zweite Vorspeise gab es Eisbergsalat mit Thousand-Islands-Dressing - etwas, dass ich zuletzt der chinesischen Küche zugeordnet hätte. Darüber täuschten auch die Bohnensprossen im Salat einfach nicht hinweg. Wan-Tan-Suppe, Ente mit süß-Saurer Soße, Schweinefleisch mit Currysoße und Paprika-Rindfleich hätte man ebenso auf der Speisekarte finden können, wie die Lychees (aus der Dose), die uns das Dessert bescherte. Etwas enttäuscht, aber satt, sehe ich einen weiteren Mythos den Bach runtergehen. Vielleicht liegt es auch an diesem speziellen Restaurant und woanders wäre es anders gewesen. Es besteht also noch ein Fünckchen Hoffnung. Das nächste mal soll es Pekingente (bitte vorbestellen!) geben. Aber desillusioniert, wie ich jetzt bin, erwarte ich nichts besonderes mehr.

Wie ist es bei Euch? Wurdet ihr in einem Chinarestaurant schon mal so richtig überrascht mit traditioneller, chinesischer Küche?

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Samstag, 21. Dezember 2002
Tantalus II: Schnittchenplatte, Gulaschsuppe und asiatische Hühnersuppe - drei kulinarische Dimensionen auf einem Tisch vereint

Natürlich bleibt Oma bis zum Abendbrot. Nachdem der letzte Löffel Suppe ausgelöffelt ist, drängt sie jedoch zum baldigen Aufbruch. Sofort beginnen Verhandlungen über die Zukunft der verbliebenen Speisen und Oma erklärt sich bereit, etwas Suppe für morgen mitzunehmen (wenn sie dann endlich nach Hause darf). Auch die Großtanten müssen ihr Einverständnis zur Mitnahme von mindestens zwei Litern asiatischer Hühnersuppe geben, bleiben aber noch ein Weilchen. "Ach, dann habt ihr doch nichts mehr für morgen." "Nee, wir gehen morgen Essen. Nehmt doch was mit!" "Na gut, aber nur ein bischen." Ein weiterer politischer Standpunkt wird zum Nachtisch serviert. Aus einer mörderischen Stimmung heraus signalisiere ich Zustimmung zu den verkündeten Thesen, anstatt betroffen oder beschämt zu schweigen, um Benzin auf das Feuer des leidenschaftlichen Monologs zu gießen. Dann bringt Vater Oma nach Hause, die in freudiger Erwartung ihrer Heimkehr in Euphorie ausbricht und sich noch zwei oder dreimal von jedem verabschiedet, drei neue Themen anschneidet und schließlich von dannen zieht. Die beiden Großtanten erscheinen schon etwas müde, wollen aber nicht unhöflich sein und kämpfen sich noch durch ein Fotoalbum voller Urlaubserinnerungen aus Irland. Schließlich ist die Luft dann raus. Mit dreihundert Litern köstlicher und am heutigen Tage frisch zubereiteter Hühnersuppe bewaffnet, werden auch sie nach Hause gebracht. So ist das bei uns mehrmals im Jahr, manchmal sogar schlimmer...

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Das sind über zwanzig Euro!
by Kailoi (23.07.24, 11:02)
Und Kaloi hat die
Bilder dazu gemalt 😺
by Albtraumjaeger (06.12.21, 14:08)

Matze macht Märchen https://beffana.net/blog/2021/12/01/beffana-2021-staffel-6-folge-1-der-rattenkoenig/
by Kailoi (03.12.21, 14:00)
Die Tage werden wieder kürzer.
Vielleicht sollten wir unsere Schreibtische verlassen und zwischen den...
by Kailoi (29.09.21, 20:20)
fun fact
by Kailoi (12.07.21, 12:16)
Online seit...
by ChrisTel (18.06.21, 22:49)
danke. hat mich gefreut!
:)
by Anonymus (23.06.20, 15:30)
von mir auch allet
jute!
by kraehenpost (18.06.20, 10:58)
Online seit...
by ChrisTel (18.06.20, 09:02)
Online
by Anonymus (13.06.20, 12:10)
#thismorningwalk
by Anonymus (13.06.20, 12:08)
Uuuuund... noch'n Podcast hier: https://im-moor.net
(kann man ruhig hören. ist seehehr gut))
by Albtraumjaeger (13.04.20, 18:12)
Weihnachtshexe Beffaná FYI Ich hab
einige Songs meiner diesjährigen 24-teiligen-Podcast-Serie über die Weihnachtshexe Beffaná in...
by Albtraumjaeger (07.01.20, 17:41)
Habs mir gerade angehört.
Cooler Text. Frohes Neues!
by Albtraumjaeger (02.01.20, 09:39)
Brückengeländer
by Anonymus (31.12.19, 13:27)
:)
by Anonymus (31.12.19, 13:24)
Farbe ist meine Welt
by ChrisTel (23.12.19, 00:13)
Respekt Was sind das für
Wesen, die von hinter ihrem Zaun aus 2 Zentimeter Entfernung...
by marraine (11.12.19, 14:08)
👍🤗
by Albtraumjaeger (06.12.19, 14:58)
Update 6.12 Ich habe
mich entschlossen, den ganzen Kram einfach wieder in Ordnung zu...
by marraine (06.12.19, 14:47)
Ach du fuck! Ichhab gestern
Abend aus einer Laune heraus Lotto gespielt. Wenn ich...
by Albtraumjaeger (06.12.19, 07:50)
Advent, Advent Ich versuche ja
geduldig zu sein, Erwachsen und einsichtig, ruhig und gelassen, die...
by marraine (06.12.19, 01:47)
Jean-Luca
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Vielleicht tröstet dich neben diesem
"Ich werde alt"-Gefühl auch die Einsicht, dass die Schwelle...
by Kailoi (01.10.19, 12:29)
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