Stichwort: PISSFLITZE des Monats
Advent, Advent

Ich versuche ja geduldig zu sein, Erwachsen und einsichtig, ruhig und gelassen, die Schuld nicht bei anderen sondern bei mir selbst zu suchen, die Dinge selber in die Hand zu nehmen, statt mich über andere zu ärgern...so sagt es ja auch mein Konfirmationsspruch "Darin übe ich mich ein reines Gewissen zu haben vor Gott und den Menschen".
Aber heute ist es mir einfach nicht mehr gelungen und ich habe mich beschwert, sehr beschwert, bei einer einfachen unterbezahlten Verkäuferin. Und das kam so:
Eigentlich fing alles damit an, dass alles zu perfekt war: Der 1. Advent fiel auf den 1. Dezember, an dem Tag fing es an sehr kalt zu werden und in der Nacht fiel Schnee. Der Adventskalender war ohne Stress rechtzeitig fertig geworden und dass ich am 1. Dezember zum ersten Mal Läuse auf meinem Kopf und auf dem Kopf zweier Kinder entdeckte, konnte ich gelassen hinnehmen. Obwohl es schon ein wenig ärgerlich war, zumal wir eine Wochen vorher das „Überträgerkind“ und präventiv auch die ganze Familie und Wäsche entlaust hatten.
Sehr gut gelaunt fuhr ich also am 2. Dezember mittags durch den Schnee von der Arbeit nach Hause - bis einige Meter vor unserer Haustür der Hang nicht geräumt und gestreut war und sich das (nach langer Zeit frisch gewaschene und gesaugte (und meiner Meinung nach ebenfalls entlauste) Auto trotz seiner gerade aufgezogenen Winterreifen in einen Schlitten verwandelte und in einer Mauer zum Stehen kam. Dass kurz danach unser Nachbar fast das gleiche Schicksal erlitt, tröstete mich zumindest ein wenig. Insgesamt war der Tag aber natürlich im Eimer.
Am nächsten Tag sah ich, dass meine neuen Schuhe – und ich kaufe fast NIE neue Schuhe – Salzwasserränder vom Schnee hatten und ziemlich hinüber aussahen.
Der 4. Dezember verlief dann eigentlich gnädig, war aber wegen der ganzen neuen Logistik mit Bus und Bahn zumindest sehr ungewohnt und ich stellt fest, dass ich mich jetzt ohne Auto und bei Schnee einfach viel wärmer anziehen muss, um nicht zu erfrieren.
Am 5. Dezember ging ich dann am Vormittag in einen Buchladen – und ich kaufe Bücher fast NIE in einem Buchladen, aber ich hatte mir das ganze sehr vorweihnachtlich gemütlich ausgemalt. Ich hätte zwei Stunden Zeit mit dem Kleinsten Bücher für den Nikolaustag auszuwählen, während der Größte eine Probe hatte, und wir würden in dem Buchladencafé Kakao trinken und Bücher lesen und dann zurück in den Schnee stapfen.
Der Kleine las vorzeigekindmäßig sehr vorsichtig ein Buch nach dem anderen an einem Kindertischchen und ich hatte genug Zeit in Ruhe viele Bücher auszusuchen. Dann kam erstmals die Vekäuferin und bat uns die Geräuschebücher nicht mehr als einmal anzuschauen, weil sonst die Batterien leer gingen. Alles klar, verstanden, befolgt. Kind machte kein Drama, musste nach kurzer Zeit aber Pipi.
Als ich die Verkäuferin fragte, wo denn die Toilette sei, schaute sie mich erstaunt an und sagte, dass es keine Kundentoilette gebe. „Aha, ich dachte wegen des Cafés“ fing ich an und sie erklärte mir, dass es das Café bereits seit 4 Jahren nicht mehr gebe. Erst jetzt bemerkte ich, dass zwar die Cafétische noch da waren, der Verkaufstresen allerdings verschwunden war. Als ich dann noch fragte, wo ich denn mit dem Kleinen jetzt auf die Toilette gehen sollte, verdrehte sie die Augen und sagte, sie werde mal die Kolleginnen unten fragen, ob sie uns dort auf die MA Toilette ließen. Unten verdrehte die Kollegin dann ebenfalls die Augen und murmelte etwas von „Wenn es unbedingt sein muss“ und da fing ich an zu schimpfen, dass es ja für mich auch jetzt keine Alternative gebe oder ob es ihnen lieber sei, wenn der Kleine jetzt im Laden auf den Boden pillern würde (und einfach schnell raus ging nicht, weil wir unsere Wintersachen oben im „Café“ ausgezogen hatten). Wir gingen also auf die MA Toilette, bedankten uns, holten unseren Kram und bezahlten die Bücher. Ich konnte es mir dann nicht verkneifen zu sagen, dass wir dann nächstes mal in der anderen Filiale einkaufen würden, wo es im gleichen Gebäude eine Toilette gebe, damit wir hier keine Umstände mehr bereiten würden. Die Verkäuferin erklärte mir dann, dass sie halt niemanden haben, der ihnen die Toilette putzt und da erklärte ich ihr, dass ich ihr gerne die Toilette putzen würde, wenn ich dafür kein vollgekacktes Kind waschen müsse (Es war nämlich am Ende nicht nur Pipi…) und dass es so oder so eine Selbstverständlichkeit sein sollte ein Kleinkind sofort auf die Toilette zu lassen, wenn es muss.
„Wir lassen Kleinkinder, Schwangere und alte Leute immer auf die Toilette, aber so wie Sie gefragt haben wussten wir ja nicht, ob jetzt Sie oder der Kleine oder ihre Mutter oder sonstwer, der draußen vor der Tür auf sie wartet, auf die Toilette muss.“
Und so ging das weiter hin und her, dass mein Ton also unmöglich sei und man einfach freundlich fragen müsse und ich sagte darauf, dass es schließlich der Job der Verkäuferin sei freundlich zu den Kunden zu sein statt die Augen zu verdrehen, wenn man nach der Toilette frage. Und die anderen Kunden versuchten mich zu beruhigen, dass das in der Slowakei nunmal so sei und dass ich es mit dem Rumgeschimpfe alles nur noch schlimmer mache und man sich halt auf die Zunge beißen müsse.
Und zu Hause stellt ich dann fest, dass die Tante mir einen Artikel zweimal abgezogen hatte…ob ich nun morgen nochmal dahin gehe und mich in meinen Umgangsformen üben werde, überlege ich mir noch.
Dass ich den ganzen Text beim publizieren verloren und dann nochmal geschrieben habe, nehme ich mal als Zeichen, dass ich mich in Geduld üben muss.

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PF des Monats: Kannibalen

Schon der zweite Kannibalismus-Fall innerhalb kürzester Zeit. Seltsamerweise fragt sich ausnahmsweise mal niemand, ob es sich hierbei um einen Nachahmungstäter aufgrund von Medienmotiven handelt, wie man es bei massenmordenden Jugendlichen fast schon mechanisch praktiziert. Der Verdacht liegt nahe, da die Tat durchgeführt wurde, der Täter die Angelegenheit scheinbar aber dann doch nicht so cool fand, wie er sich das vorgestellt hatte.
Kannibalismus mag in einigen, vereinzelten Regionen der Welt zum archaischen Brauchtum gehören. Während man das Klischeebild vom Missionar im Kochtopf im Hinterkopf hat, ist der ursprüngliche Kannibalismus eine rituelle Handlung, die nicht der Ernährung, sondern zum Beispiel der Übertragung der Kräfte eines getöteten Gegners oder den Erhalt von verstorbenen Verwandten im eigenen Körper dienen sollte.
Laut psychologischen Diagnosen ist der Kannibalismus in den jüngeren Fällen hierzulande als Sonderform sexueller Praktiken zu bezeichnen. Letzten Endes also nichts Magisches, sondern Ergebnis der Vereinsamung und dem Verlust der Fähigkeit von Menschen, ihre Gefühle füreinander vernünftig umzusetzen.
Das sollte nicht zur Mode werden.
Nicht nur, weil es in jedem Sinne geschmacklos ist. Man müsste plötzlich Hemmungen haben zu sagen: "Ich lade Freunde zum Essen ein."
Oder man traut sich nicht mehr zu fragen: "Sag, mal hast Du einen Clown gefrühstückt?" - aus Angst vor der möglichen Antwort.

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MEMOMARATHON - DN wird PF des Monats

Ich habe bisher nur zwei Mal für ein paar Minuten in diese beliebte RTL-Trashpop-Ekelshow geschaltet, um mich davon zu überzeugen, dass möchtegern-Prominente auf dem Weg zur gediegenen Würdelosigkeit den Unterhaltungswert von Brotschimmel haben.

Während ich die letzte Staffel dieser Sendung noch regelmäßig verfolgt habe, da ich wie die meisten Zuschauer wohl ein dezentes Vergnügen daran fand, DKs schwuchtelige Nervenzusammenbrüche und den kalten Ethanolentzug von Gottlieb Wendehals mit zu verfolgen, hat die aktuelle Freakshow kaum irgendeinen Unterhaltungswert.

Eine Frau wird allerdings besonders hervorgehoben: Ein höchst zynisches, dürres Weib, dem der ständige Ekel vor sich selbst und der Welt ins Gesicht tätowiert zu sein scheint, das sich trotz allem aber für sowas von geil und sexy hält, wird als der unbestrittene Star unter den unbekannten Restexistenzen gehalten.
Sie mag ihre Karriere auf Kleinkunstbühnen und Promiempfängen durch kompromissloses Lästern und Giftspritzen begonnen, ein paar koksverwirrten Fernsehleuten ihren Körper zur Verfügung gestellt haben.
Es bleibt traurig, dass man in der Medienlandschaft nur auffallen muss - ob mit Dummheit oder Gehässigkeit oder Skrupellosigkeit scheint egal zu sein.

Jede Form von Aufmerksamkeit für diese Person ist schon zu viel - herzlichen Glückwunsch, DN

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MV wird PF des Monats

Es gibt Menschen, die durch ihre bloße Erscheinung Unbehagen auslösen. Und wenn man obendrein das Gefühl hat, dass das Geruchsfernsehen Wirklichkkeit geworden ist, weil es durch die Röhre nach Doppelkorn stinkt, Hoppla! Meine Güte, ich hoffe, der vergeigt's nicht mit Ottmar. Diabolisch, der Mann. Herzlichen, hicks, Glückwunsch!

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Projekt - Pissflitze des Monats!

Waldemar Hartmann

Der muntere Ex-Schnäuzerer aus den bayerischen Voralpen hat vor allem in seinem Interview mit unserem Bundesruuuudi Punkte ohne Ende gesammelt.
Dass Weizenbier in Bayern ein Grundnahrungsmittel ist, wissen zwar schon seit dem Meier-Sepp, aber nach 3 WEIZEN Bier (Zitat Ruuuudi) moderiert keiner so souverän.
Der Sprung aufs Treppchen gelang Waldi jedoch mit der langweiligsten Moderation aller Zeiten: Der Auslosung der 2. Runde des DFB-Pokals.
32 Vereine wollen zugelost werden, der Ziehungsleiter Dr. Langweilig entschraubt die Kugel, die eine isländische Schönheitskönigin aus dem Mischtopf gefischt hat und ließt vor: „Wolfburg Amateure“. Waldi: „Die Amateure von Wolfsburg.“ Dr. L.: „Gegen den 1. FC Köln“. Waldi: „Wolfburg Amateure gegen den 1. FC Köln. Das wird ein spannendes Spiel.“

Waldi Weltklasse! - Hoch die Kannen!

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Projekt: Pizzflitze des Monats

And the winner is:

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NEUES PROJEKT - Pissflitze des Monats

Mit dem heutigen Tage startet das Projekt „PISSFLITZE DES MONATS“. Hier sollen Menschen gewürdigt werden, die sich mit „besonderem“ Ruhm bekleckert haben. Die Pissflitze wechselt pünktlich am 14. Tag jedes Monats.

Und der erste Preis für die Pissflitze des Monats Mai geht an:

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